Projektnachrichten

September 2016: Dialogforum "Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie" in Reutlingen

Unter dem Leitsatz "Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie – Innovationen im Produktionsprozess" fand am 26. September 2016 in Reutlingen ein Dialogforum statt. Veranstalter des Forums waren der Forschungsverbund InNaBe gemeinsam mit dem VDI Arbeitskreis Textil & Bekleidung, Württembergischer Ingenieurverein.

Ziel des Dialogforums war es, Innovationspotenziale für eine nachhaltigere Textil- und Bekleidungsproduktion und mögliche Hemmnisse für ihre Realisierung entlang der textilen Kette in einem ausgewählten Fachkreis zu erörtern. Eng verknüpft damit war die Frage, wie sich mehr Transparenz in Bezug auf soziale und ökologische Auswirkungen entlang der Textilen Kette erreichen lässt.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Dekan der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen, Prof. Michael Goretzky, und durch Dr. Silke Kleinhückelkotten vom ECOLOG-Institut, die die Ziele des Slow-Fashion-Projektes InNaBe erläuterte, schloss sich eine Reihe von Vorträgen zur Thematik Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie an. Das Konzept der Nachhaltigkeit wurde dabei aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: aus Sicht der Verbraucher, der Faserproduzenten, von Bekleidungsunternehmen und von Fachverbänden. Die Vorträge führten zu lebhaften Diskussionen über die verschiedenen Ansätze und Strategien. In einer Abschlussdiskussion wurden die Chancen und Hindernisse für mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie diskutiert und erörtert.

Download des Tagungsprogramms und der Vorträge:

Tagungsprogramm Dialogforum

Zusammenfassung der Vorträge und der Diskussionen

Vorstellung des InNaBe Projektes (Silke Kleinhückelkotten, ECOLOG-Institut)

Nachhaltigkeit in der textilen Kette – ein Überblick (Kai Nebel, HS Reutlingen)

Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher an die Textilindustrie (Kerstin Etzenbach-Effers, VBZ NRW)

Stand der Diskussionen im Bündnis für nachhaltige Textilien (Joscha Hoffmann, BMZ)

Aktuelle Entwicklungen in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Textilindustrie (Susanne Paß, DTB)

Status Quo und Potenziale im Faserbereich (Peter Bartsch, Lenzing AG)

Bewertung der Nachhaltigkeit textiler Innovationen (Peter Neitzke, ECOLOG-Institut)

Der Blaue Engel - ein anspruchsvoller Standard für Textilien (Kristin Stechemesser, UBA)

 

 

Mai 2016: Freaky Fashion Festival 2016 in Hannover

Im Zentrum des Events am 21. Mai 2016 im Musikzentrum Hannover stand Fashion „born in Hannover“ – gemeinsam präsentierten sich rund 30 Designerinnen und Designer der hannoverschen Modeszene in ihrer ganzen Vielfalt. Von der regional ansässigen Modewirtschaft angeregt, entstand das Projekt Freaky Fashion Festival, um dem Modestandort ein Gesicht zu geben. Bei der Verkaufsausstellung gab es aktuelle Kollektionen zum Anschauen, Anfassen, Anprobieren- und natürlich zu kaufen.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes Slow Fashion - Innovationen für nachhaltige Bekleidung entstandenen Entwürfe zum Thema Zero Waste des Studiengangs Modedesign wurden durch die neu gegründete USE-LESS-Foundation (ULF) präsentiert. In der ULF gruppieren sich gleichgesinnte Designer, die mit ihrer Arbeit ein Zeichen gegen die Verschwendung von wertvollen Ressourcen im Modedesign setzen. Die Besucher konnten direkt von den Designerinnen erfahren, wie intelligente Schnittmuster dabei helfen können, Abfälle schon im Entstehungsprozess von Bekleidung zu vermeiden.

Mit Aleks Kurkowski, Superfashionrainbowcamp, Trailer Trash, BOOM Studio, Alexandra Weber und Balagans, präsentierten sich ausserdem Alumni der Hochschule Hannover mit ihren Labels und vielfältigen Aspekten und Konzepten zum Thema Nachhaltigkeit: von ressourcenschonender Materialauswahl über lokale Produktion, Upcycling, Customization und interdiziplinärer Kollaboration. Die Entwürfe wurden tagsüber während der Modeaktionen live präsentiert.

Mehr Informationen zum Freaky Fashion Festival www.freakyfashionfestival.de

 

 

Oktober 2015: Fachtagung 'Slow Fashion: Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit im Bereich Bekleidung?'

Am 7. Oktober fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt 'Slow Fashion: Gestalterische, technische und ökonomische Innovationen für massenmarkttaugliche nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld Bekleidung' an der Hochschule Hannover auf dem ehemaligen Expo-Gelände statt.  

Bei der Tagung wurden Innovationspotenziale für nachhaltigere Bekleidung und mögliche Hemmnisse für ihre Realisierung entlang der gesamten textilen Kette in einem größeren Fachkreis diskutiert. Die rund 50 persönlich eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, aus Behörden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Umwelt- und Verbraucherorganisationen sowie entwicklungspolitischen Initiativen.

Die Tagung wurde durch zwei Impulsvorträge eröffnet: Dr. Kirsten Brodde (Greenpeace e.V.) berichtete zum einen über eine aktuelle Kampagne, mit der Unternehmen im Textilbereich dazu gebracht werden sollen, umweltverträglicher zu produzieren. Zum anderen stellte sie einen bunten Strauß von Aktivitäten vor, die darauf abzielen, Konsumentinnen und Konsumenten für einen nachhaltigeren Bekleidungskonsum zu sensibilisieren. Dazu gehören unter anderem in mehreren Städten parallel durchgeführte Tauschpartys. Hendrik Heuermann, der bei dem Unternehmen H&M im Nachhaltigkeitsmanagement tätig ist, hob zu Beginn seines Vortrages hervor, dass H&M durch die Präsenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort bessere Möglichkeiten habe, die Fabriken besser zu überwachen, als dies anderen Bekleidungsunternehmen möglich ist, die sich nur durch Agenturen vertreten lassen. Kurz streifte er auch die Problematik, dass das Bio-Baumwollangebot von H&M von den Kundinnen und Kunden kaum wahrgenommen werde. Der Schwerpunkt seines Beitrags lag auf dem, anschließend sehr kontrovers diskutierten, Angebot des Unternehmens, gebrauchte Kleidung zurückzunehmen und dem Recycling zuzuführen. In einem weiteren Kurzvortrag ging Prof. Martina Glomb (Hochschule Hannover, Studiengang Modedesign) auf Ansätze im Design, die zu mehr Nachhaltigkeit im Bereich 'Bekleidung' beitragen können. Dr. Silke Kleinhückelkotten stellte zum Abschluss des Vormittags das Projekt 'Slow Fashion: Gestalterische, technische und ökonomische Innovationen für massenmarkttaugliche nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld Bekleidung' vor.

Am Nachmittag fanden drei parallele Workshops zu Innovationen beim Design und im Produktionsprozess sowie zu neuen Geschäftsmodellen für nachhaltigere Bekleidung statt. Hier konnten die Projektbeteiligten ihre ersten strategischen Überlegungen mit den anwesenden Fachleuten eingehend diskutieren und zahlreiche Anregungen für die Weiterarbeit mitnehmen.

 

Download der Präsentationen/Tagungsbericht:

Nachhaltigkeit in der Bekleidungswirtschaft – Von Missständen und Lösungsansätzen (Dr. Kirsten Brodde)

Slow Fashion – Die Rolle des Designs (Prof. Martina Glomb)

Forschungsprojekt 'Slow Fashion': Innovationen für nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld 'Bekleidung' (Dr. Silke Kleinhückelkotten)

Bericht von der Tagung am 7. Oktober 2015 in Hannover