Projektnachrichten

Mai 2017: Dialogforum 'Kleidung 2030: Entwicklungen und Trends in der Mode- und Bekleidungsindustrie'

Das Dialogforum am 15. Mai 2017, zu dem Personen aus Landesbehörden, Unternehmen und Unternehmensverbänden der Textil- und Bekleidungsindustrie, aus Nichtregierungsorganisationen, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft eingeladen waren, wurde gemeinsam vom Forschungsverbund InNaBe und der Verbraucherzentrale NRW durchgeführt.

Ziel war es, gemeinsam zu diskutieren, wie eine nachhaltigere Bekleidungsproduktion und -nachfrage erreicht werden kann. Ausgangspunkt für die Diskussionen bildeten die Ergebnisse einer Ende 2016 im Rahmen des Projekts Slow Fashion durchgeführten Befragung von Expertinnen und Experten zu Entwicklungen und Trends im Bekleidungsmarkt.

Downloads

Tagungsprogramm Dialogforum 'Kleidung 2030'

Dokumentation Dialogforum 'Kleidung 2030'

Zusammenfassung der Ergebnisse der Delphi-Befragung 'Kleidung 2030 - Entwicklungen und Innovationen' 

Pressemappe der Verbraucherzentrale NRW: Nachhaltige Kleidung - notwendige Veränderungen aus Sicht des Verbraucherschutzes

Vorträge

Delphi-Befragung 'Kleidung 2030 - Entwicklungen und Innovationen' (Dr. Silke Kleinhückelkotten & Dr. H.-Peter Neitzke, ECOLOG-Institut)

Notwendige Veränderungen aus Sicht des Verbraucherschutzes (Dr. Kerstin Etzenbach-Effers, Verbraucherzentrale NRW)

Herausforderungen bei der Einführung sozialer und ökologischer Innovationen in der Textilindustrie (Detlef Braun, ZiTex – Textil & Mode NRW)

 

Mai 2017: Slow Fashion beim Freaky Fashion Festival

Beim diesjährigen Freaky Fashion Festival präsentierten sich am 20. Mai 2017 ganztägig über 30 DesignerInnen und junge UnternehmerInnen aus der Region Hannover mit ihren aktuellen Kollektionen, Produkten und Konzepten. Die AbsolventInnen der Hochschule Hannover gestalteten circa ein Drittel der Schau, wobei unterschiedliche Aspekte von Nachhaltigkeit eine Rolle spielten: Natürliche Materialien, lokal produzierter Strick, Upcycling und sogar ein Kleiderfundus waren vertreten und man konnte Einblicke in Handwerkstechniken und Produktionsverfahren gewinnen.

Auch die im Rahmen des Forschungsprojektes Slow Fashion entstandene USE-LESS-Foundation war wieder dabei. Nach einem Probelauf mit dem 'Wollator', einer mobilen Strickmaschine, konnten die Gäste Stricktechniken erlernen oder auffrischen. Sie konnten sich auch an einem kooperativ gestrickten Pullover, einem Bachelorprojekt des Studiengangs Modedesign, beteiligen.

Der im Forschungsprojekt entwickelte Pop-Up-T-Shirt-Shop wurde beim Freaky Fashion Festival zum ersten Mal eingesetzt und hat den Probelauf bei regem Zulauf erfolgreich bestanden. An dem 'Verkaufsstand' wurden T-Shirts mit verschiedenen Eigenschaften (z.B. aus Bio-Baumwolle oder Upcycling-Material) und Motiven gezeigt und die KundInnen zu ihren Präferenzen befragt.

Mehr Informationen zum Freaky Fashion Festival www.freakyfashionfestival.de

April 2017: Aktion zum Fashion Revolution Day

Rund 30 Studierende und MitarbeiterInnen des Studiengangs Modedesign der Hochschule Hannover zogen am 24. April 2017 strickend durch Hannover, um ein Zeichen gegen schnellen und nicht nachhaltigen Massenkonsum im Modebereich zu setzen. Mit dem 'Wollator' gingen die demonstrierenden DesignerInnen durch die Innenstadt und boten so den PassantInnen die Möglichkeit, selbst an der fahrbaren Strickmaschine aktiv zu werden. In vielen Gesprächen fand ein direkter Austausch zwischen den angehenden ModedesignerInnen und KonsumentInnen zu den Themen nachhaltige Mode, bewusster und langsamer Konsum und Wertschätzung von Kleidung direkt in den Einkaufsstraßen statt. 

Den Abschluss der Aktion bildete eine von Prof. Martina Glomb moderierte Gesprächsrunde im Künstlerhaus Hannover mit Dr. Sabine Wilp von der Handwerkskammer Hannover, Ute Ketelhake, Gründerin von Second Life Rugs, Reinhard Maas, Gründer und Unternehmensführer von Maas-Naturwaren, sowie Vivien Mirovsky als Vertreterin der Studierendengruppe. 

Anlass der Aktion war der weltweite 'Fashion Revolution Day', der Gedenktag für die Opfer des Unfalls in der Textilfabrik 'Rana Plaza' in Bangladesch. Am 24. April 2013 waren bei dem Einsturz der Fabrik mehr als 1.100 Menschen gestorben und rund 2.500 verletzt worden.

 

September 2016: Dialogforum "Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie" in Reutlingen

Unter dem Motto 'Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie – Innovationen im Produktionsprozess' fand am 26. September 2016 ein Dialogforum in Reutlingen  statt. Veranstaltet wurde das Forum von dem Forschungsverbund InNaBe und dem VDI Arbeitskreis Textil & Bekleidung, Württembergischer Ingenieurverein.

Ziel des Dialogforums war es, Innovationspotenziale für eine nachhaltigere Textil- und Bekleidungsproduktion und mögliche Hemmnisse für ihre Realisierung entlang der textilen Kette in einem ausgewählten Fachkreis zu erörtern. Eng verknüpft damit war die Frage, wie sich mehr Transparenz in Bezug auf soziale und ökologische Auswirkungen entlang der textilen Kette erreichen lässt.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Dekan der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen, Prof. Michael Goretzky, und durch Dr. Silke Kleinhückelkotten vom ECOLOG-Institut schloss sich eine Reihe von Vorträgen zur Thematik Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie an. Das Konzept der Nachhaltigkeit wurde dabei aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: aus Sicht der Verbraucher, der Faserproduzenten, von Bekleidungsunternehmen und von Fachverbänden. Die Vorträge führten zu lebhaften Diskussionen über die verschiedenen Ansätze und Strategien. In einer Abschlussdiskussion wurden die Chancen und Hindernisse für mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie diskutiert und erörtert.

Download des Tagungsprogramms und der Vorträge:

Tagungsprogramm Dialogforum

Zusammenfassung der Vorträge und der Diskussionen

Vorstellung des InNaBe Projektes (Silke Kleinhückelkotten, ECOLOG-Institut)

Nachhaltigkeit in der textilen Kette – ein Überblick (Kai Nebel, HS Reutlingen)

Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher an die Textilindustrie (Kerstin Etzenbach-Effers, VBZ NRW)

Stand der Diskussionen im Bündnis für nachhaltige Textilien (Joscha Hoffmann, BMZ)

Aktuelle Entwicklungen in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Textilindustrie (Susanne Paß, DTB)

Status Quo und Potenziale im Faserbereich (Peter Bartsch, Lenzing AG)

Bewertung der Nachhaltigkeit textiler Innovationen (Peter Neitzke, ECOLOG-Institut)

Der Blaue Engel - ein anspruchsvoller Standard für Textilien (Kristin Stechemesser, UBA)

 

 

Mai 2016: Freaky Fashion Festival 2016 in Hannover

Im Zentrum des Events am 21. Mai 2016 im Musikzentrum Hannover stand Fashion „born in Hannover“ – gemeinsam präsentierten sich rund 30 Designerinnen und Designer der hannoverschen Modeszene in ihrer ganzen Vielfalt. Von der regional ansässigen Modewirtschaft angeregt, entstand das Projekt Freaky Fashion Festival, um dem Modestandort ein Gesicht zu geben. Bei der Verkaufsausstellung gab es aktuelle Kollektionen zum Anschauen, Anfassen, Anprobieren- und natürlich zu kaufen.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes Slow Fashion - Innovationen für nachhaltige Bekleidung entstandenen Entwürfe zum Thema Zero Waste des Studiengangs Modedesign wurden durch die neu gegründete USE-LESS-Foundation (ULF) präsentiert. In der ULF gruppieren sich gleichgesinnte Designer, die mit ihrer Arbeit ein Zeichen gegen die Verschwendung von wertvollen Ressourcen im Modedesign setzen. Die Besucher konnten direkt von den Designerinnen erfahren, wie intelligente Schnittmuster dabei helfen können, Abfälle schon im Entstehungsprozess von Bekleidung zu vermeiden.

Mit Aleks Kurkowski, Superfashionrainbowcamp, Trailer Trash, BOOM Studio, Alexandra Weber und Balagans, präsentierten sich ausserdem Alumni der Hochschule Hannover mit ihren Labels und vielfältigen Aspekten und Konzepten zum Thema Nachhaltigkeit: von ressourcenschonender Materialauswahl über lokale Produktion, Upcycling, Customization und interdiziplinärer Kollaboration. Die Entwürfe wurden tagsüber während der Modeaktionen live präsentiert.

Mehr Informationen zum Freaky Fashion Festival www.freakyfashionfestival.de

Oktober 2015: Fachtagung 'Slow Fashion: Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit im Bereich Bekleidung?'

Am 7. Oktober fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt 'Slow Fashion: Gestalterische, technische und ökonomische Innovationen für massenmarkttaugliche nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld Bekleidung' an der Hochschule Hannover auf dem ehemaligen Expo-Gelände statt.  

Bei der Tagung wurden Innovationspotenziale für nachhaltigere Bekleidung und mögliche Hemmnisse für ihre Realisierung entlang der gesamten textilen Kette in einem größeren Fachkreis diskutiert. Die rund 50 persönlich eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, aus Behörden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Umwelt- und Verbraucherorganisationen sowie entwicklungspolitischen Initiativen.

Die Tagung wurde durch zwei Impulsvorträge eröffnet: Dr. Kirsten Brodde (Greenpeace e.V.) berichtete zum einen über eine aktuelle Kampagne, mit der Unternehmen im Textilbereich dazu gebracht werden sollen, umweltverträglicher zu produzieren. Zum anderen stellte sie einen bunten Strauß von Aktivitäten vor, die darauf abzielen, Konsumentinnen und Konsumenten für einen nachhaltigeren Bekleidungskonsum zu sensibilisieren. Dazu gehören unter anderem in mehreren Städten parallel durchgeführte Tauschpartys. Hendrik Heuermann, der bei dem Unternehmen H&M im Nachhaltigkeitsmanagement tätig ist, hob zu Beginn seines Vortrages hervor, dass H&M durch die Präsenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort bessere Möglichkeiten habe, die Fabriken besser zu überwachen, als dies anderen Bekleidungsunternehmen möglich ist, die sich nur durch Agenturen vertreten lassen. Kurz streifte er auch die Problematik, dass das Bio-Baumwollangebot von H&M von den Kundinnen und Kunden kaum wahrgenommen werde. Der Schwerpunkt seines Beitrags lag auf dem, anschließend sehr kontrovers diskutierten, Angebot des Unternehmens, gebrauchte Kleidung zurückzunehmen und dem Recycling zuzuführen. In einem weiteren Kurzvortrag ging Prof. Martina Glomb (Hochschule Hannover, Studiengang Modedesign) auf Ansätze im Design, die zu mehr Nachhaltigkeit im Bereich 'Bekleidung' beitragen können. Dr. Silke Kleinhückelkotten stellte zum Abschluss des Vormittags das Projekt 'Slow Fashion: Gestalterische, technische und ökonomische Innovationen für massenmarkttaugliche nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld Bekleidung' vor.

Am Nachmittag fanden drei parallele Workshops zu Innovationen beim Design und im Produktionsprozess sowie zu neuen Geschäftsmodellen für nachhaltigere Bekleidung statt. Hier konnten die Projektbeteiligten ihre ersten strategischen Überlegungen mit den anwesenden Fachleuten eingehend diskutieren und zahlreiche Anregungen für die Weiterarbeit mitnehmen.

 

Download der Präsentationen/Tagungsbericht:

Nachhaltigkeit in der Bekleidungswirtschaft – Von Missständen und Lösungsansätzen (Dr. Kirsten Brodde)

Slow Fashion – Die Rolle des Designs (Prof. Martina Glomb)

Forschungsprojekt 'Slow Fashion': Innovationen für nachhaltige Angebote im Bedarfsfeld 'Bekleidung' (Dr. Silke Kleinhückelkotten)

Bericht von der Tagung am 7. Oktober 2015 in Hannover